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Gute Anleitungsgespräche führen


Wöchentliche Reflexionsgespräche gehören zu einer guten Praxisanleitung. Doch schnell bleibt es bei allgemeinen Fragen wie: „Wie war Ihre Woche?“ 

Ein klarer Ablauf hilft Ihnen, Fortschritte sichtbar zu machen, Schwierigkeiten offen anzusprechen und gemeinsam ein konkretes Ziel für die nächste Woche zu entwickeln.

Zwei Frauen unterhalten sich.
Abb. generiert mit Unterstützung von ChatGPT.

Wie führe ich ein gutes Anleitungsgespräch?

Ein gutes Anleitungsgespräch muss nicht erst stattfinden, wenn etwas schiefgelaufen ist. Sinnvoller ist ein fester Termin in jeder Woche. So wird Reflexion zu einem verlässlichen Teil der Ausbildung.

Planen Sie dafür etwa 20 bis 30 Minuten ein. Wählen Sie einen ruhigen Ort und vermeiden Sie Gespräche zwischen Tür und Angel. Die Praktikantin oder der Praktikant sollte vorher wissen, welche Fragen besprochen werden. Ein Reflexionsbogen kann dabei Sicherheit und Orientierung geben.

Beginnen Sie nicht sofort mit Ihrer eigenen Bewertung. Fragen Sie zuerst:

„Wenn Sie auf die vergangene Woche schauen: Was ist Ihnen besonders gut gelungen?“

Dadurch übernimmt die angeleitete Person selbst Verantwortung für die Reflexion. Sie erfahren außerdem, wie realistisch sie ihre Entwicklung bereits einschätzen kann.


Wie gebe ich Praktikanten konstruktives Feedback?

Feedback für Praktikanten sollte sich nicht nur auf einen einzelnen Moment beziehen. Im wöchentlichen Gespräch können Sie gemeinsam betrachten, welche Fortschritte, Fragen oder Schwierigkeiten sich über mehrere Tage gezeigt haben.

Nutzen Sie dafür die drei Schritte Rückblick – Einordnung – Ausblick.

1. Rückblick auf die vergangene Woche

Fragen Sie nach den bisherigen Zielen:

  • Was haben Sie gut geschafft?
  • Was hat noch nicht geklappt?
  • Woran könnte es gelegen haben?
  • Was möchten Sie daraus mitnehmen?

2. Beobachtungen gemeinsam einordnen

Ergänzen Sie die Selbsteinschätzung durch Ihre Wahrnehmung. Bleiben Sie konkret und sprechen Sie über beobachtbares Verhalten.

Zum Beispiel:

„Mir ist in dieser Woche aufgefallen, dass Sie häufiger selbstständig Kontakt zu den Eltern aufgenommen haben. Ihre Erklärungen waren freundlich und verständlich. Bei Rückfragen wirkten Sie teilweise noch unsicher.“

Fragen Sie danach:

„Wie erleben Sie das selbst?“

So entsteht ein Gespräch und keine einseitige Bewertung.

3. Einen nächsten Schritt vereinbaren

Legen Sie gemeinsam ein überschaubares Ziel für die kommende Woche fest.

Statt „sicherer in Elterngesprächen werden“ könnte das Ziel lauten:

„In der kommenden Woche übernehme ich zwei kurze Übergabegespräche selbstständig. Anschließend bespreche ich mit meiner Praxisanleiterin, was gut funktioniert hat.“

Klären Sie außerdem, welche Schwierigkeiten auftreten könnten und welche Unterstützung benötigt wird.


Was gehört in ein Reflexionsgespräch?

Ein gutes Reflexionsgespräch in der Ausbildung verbindet Vergangenheit und Zukunft. Es sollte diese drei Bereiche enthalten:

  • Rückblick: Was waren die Ziele und was wurde erreicht?
  • Klärung: Welche Schwierigkeiten oder offenen Fragen gibt es?
  • Ausblick: Woran wird in der nächsten Woche gearbeitet?

Halten Sie das neue Ziel schriftlich fest. Greifen Sie es im nächsten wöchentlichen Anleitungsgespräch wieder auf. So entsteht ein roter Faden durch die gesamte praktische Ausbildung.

Ein Reflexionsbogen unterstützt diesen Ablauf und sorgt dafür, dass wichtige Themen nicht verloren gehen. Er ersetzt jedoch nicht das persönliche Gespräch. Entscheidend ist eine Haltung, die beides verbindet: klare Rückmeldungen und echtes Interesse an der Sicht der angeleiteten Person.

Unseren Reflexionsbogen können Sie hier kostenlos herunterladen.

Wer Gesprächsführung, Bewertung und Konfliktklärung noch sicherer gestalten möchte, kann diese Themen in einer Praxisanleiter-Weiterbildung systematisch lernen und praktisch erproben.